Veilchen

In wie vielen Poesiealben diese Zeilen wohl stehen: "Sei wie das Veilchen im Moose, sittsam, bescheiden und rein..."?

Veilchen verführen

Erstaunlich, wie so ein kleines, lilafarbenes Blümchen, das noch dazu im Schatten verborgen blüht, Menschen zu allen Zeiten so bezaubert hat. Liegt es daran, dass die Veilchen dort, wo sie sich wohl fühlen, gleich als ganze Blütenteppiche auftauchen? Sicher werden Veilchen schon deshalb geliebt, weil sie zu den ersten Frühlingsboten gehören. Allein ihre Farbe ist ja auffällig genug. Vielleicht sind es auch ihre herzförmigen Blütenblätter, die sofort an die Liebe denken lassen. Oder ist es der süße Duft, den sie verströmen? Der Legende nach schmückte sich der Feuergott Hepheistos mit Veilchenkränzen, um mit deren Duft die schöne Aphrodite zu verführen.

Veilchen symbolisieren liebevolle Zuneigung

Als Sinnbild für Unschuld und Tugend sind Veilchen durch die Jahrhunderte hinweg als Liebesbeweis verschenkt worden. Angeblich sandte ein französischer Edelmann im 18. Jahrhundert seiner Angebeteten jeden Tag einen kleinen Veilchenstrauß. Damit immer für Nachschub gesorgt war, pflegte er eine kleine Veilchengärtnerei.

In einem alten deutschen Volkslied heißt es:
"Weißt Du, was ich denke,
Liebchen zum Geschenke,
Pflück ich Veilchen dich, ..."

Wer also jemandem seine Zuneigung offenbaren möchte, der verschenke Veilchen. Auch als Brautsträußchen eignen sie sich vortrefflich. Dem unwiderstehlichen Charme dieser winzigen, zarten Blüten kann sich niemand entziehen. Und die Botschaft ist eindeutig.

Quelle: Martina Kabitzsch: Blütenmenüs: Der Garten bittet zu Tisch; Thorbecke Verl. 2009; ISBN 978-3-7995-3548-9

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